Die RuF-Vorsitzende Dorothea Bockelmann (links) und Jugendwartin Heike Lüders nehmen Maß. Der Verein hofft, dass im Zuge des Bauleitverfahrens etwas größere Grenzabstände festgesetzt werden. Foto: vo

Soltau. Das geplante neue Baugebiet mit mehr als 200 Wohnungen in 15 Mehrfamilienhäusern und Stadtvillen an der Winsener Straße gilt als bedeutend für die Stadtentwicklung, sorgt aber auch für Kritik. Bei einem der Anlieger, dem Reit- und Fahrverein (RuF), gibt es Vorbehalte – nicht grundsätzlich das Projekt betreffend, sondern gegen Teile der Planung.

Die Stadt will das Vorhaben über ihre Ansiedlungs- und Wohnungsbaugesellschaft mit der Planungsgemeinschaft Nord, der Kreissparkasse und der Wohnungsbaugenossenschaft Soltau verwirklichen. Man ist bei der Bauleitplanung bereits ein gutes Stück vorangekommen. Die Änderung des Flächennnutzungsplans ist durch, das Verfahren für die 1. Änderung des Bebauungsplans läuft.

Der RuF befürchtet erhebliche Probleme für seine Arbeit, wenn es bei den vorgesehenen Abständen zur Reitanlage bleibt. Dann könnte in einigen Jahren, nach Realisierung des letzten von vier möglichen Bauabschnitten, dreigeschossige Wohnbebauung bis auf 7,50 Meter an die Grenze der Reitanlage heranreichen. Konflikte wären programmiert, weil künftige Nachbarn Beeinträchtigungen nicht dauerhaft hinnähmen, zumal der noch bestehende Wald als Puffer wegfiele, warnt der stellvertretende Vorsitzende Helge Theissen.

Betrieb herrsche auf der Anlage nicht nur bei Turnieren wie am vergangenen Wochenende während der Mehrkampf-Kreismeisterschaften, sondern jeden Tag, ergänzt Vorsitzende Dorothea Bockelmann. Auch nachts gingen von den bis zu 30 in den Stallboxen stehenden Tieren Geräusche aus.

Darauf habe man die Stadt mehrfach hingewiesen und in den Stellungnahmen sowohl im F-Plan- als auch im B-Planverfahren deutlich gemacht, dass die von den Betriebsabläufen ausgehenden Emissionen denen eines landwirtschaftlichen Betriebs in Verbindung mit einer Großsportanlage entsprächen. Die Bitte, den Grenzstreifen zu verbreitern und mit geeigneten Lärmschutzmaßnahmen zu versehen, sei aber mit der Begründung abgelehnt worden, dass dafür kein Platz vorhanden sei.

Dabei gäbe es nach Überzeugung des RuF Alternativen. Dafür müsse allerdings die maximale Bebauung überdacht werden. Auch könne die geplante Erschließungsstraße an der Grundstücksgrenze verlaufen. „Dann wären einige Meter gewonnen.“

Mit 15 bis 20 Meter Abstand und entsprechender Bepflanzung könne man zurechtkommen, sagt Theissen. Er betont: „Wir sind nicht gegen das Projekt, aber wenn das so bleibt, werden wir die Verlierer sein“.

Autor: Vorwerk Reinhard